Anerkannte Werkstatt für behinderte
Menschen im Sinne des §136 SGB IX
Oberevinger Straße 149 · 44339 Dortmund
Tel. 0231 - 9880 - 0 · Fax 0231 - 9880 - 180
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Der Bereich der Werkstätten für behinderte Menschen ist gesetzlich geregelt durch das Schwerbehindertengesetz und die Werkstättenverordnung. Aus diesen Gesetzen geht eine Definition hervor, die Ihnen einen groben Einblick in die Organisation einer Werkstatt für behinderte Menschen erlaubt:

§136 (1) SGB IX

Die Werkstatt für behinderte Menschen ist eine Einrichtung zur Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsleben im Sinne des Kapitels 5 des Teil 1 und zur Eingliederung in das Arbeitsleben. Sie hat denjenigen behinderten Menschen, die wegen Art oder Schwere der Behinderung nicht, noch nicht oder noch nicht wieder auf dem allgemeinen Arbeitsmark beschäftigt werden können,

1. eine angemessene berufliche Bildung und Beschäftigung zu einem ihrer Leistung angemessenen Arbeitsentgelt aus dem Arbeitsergebnis anzubieten und

2. zu ermöglichen, ihre Leistungs- oder Erwerbsfähigkeit zu erhalten, zu entwickeln, zu erhöhen oder wiederzugewinnen und dabei ihre Persönlichkeit weiterzuentwickeln.

Sie fördern den Übergang geeigneter Personen auf den allgemeinen Arbeitsmarkt durch geeignete Maßnahmen. Sie verfügt über ein möglichst breites Angebot an Berufsbildungs- und Arbeitsplätzen sowie über qualifiziertes Personal und einen begleitenden Dienst.

Ein Werkstättler an der Bohrmaschine

Das heißt eine Werkstatt für behinderte Menschen hat ein zweigeteiltes Aufgabenfeld: Die Betreuung von behinderten Menschen mit dem Ziel der Teilhabe am Arbeitsleben und die Erzeugung konkurrenzfähiger Produkte mit dem Ziel, Erlöse zu erwirtschaften, um vom erzielten Arbeitsergebnis den Lohn an die behinderten Menschen auszuzahlen.

Diese Vorgabe erfordert von unseren Mitarbeitern täglich aufs Neue die Leistung, beide Voraussetzungen im bestmöglichen Sinne zu erfüllen. Um dieses Ziel zu erreichen, werden unsere Mitarbeiter speziell ausgebildet und ständig weiter geschult.

Wie können nun so verschiedene Bereiche, wie die „Betreuung von behinderten Menschen“ auf der einen Seite und die Erzeugung konkurrenzfähiger Produkte auf der anderen Seite voneinander profitieren? Um dies zu verstehen, muss sich jeder zunächst klarmachen, was es für einen Menschen bedeutet „geistig behindert“ zu sein. Eine geistige Behinderung - fällt im Gegensatz zu einer Körperbehinderung - äußerlich nicht unbedingt sofort auf. Sie betrifft aber den Menschen an sich, somit sein gesamtes Leben. Ein geistigbehinderter Mensch ist nicht nur teilweise oder bei bestimmten Verrichtungen auf die Hilfe Dritter angewiesen, sondern zeitlebens in allen Bereichen des täglichen Lebens. Dies ist allen geistigbehinderten Menschen gleich, einzig der Grad der Hilfebedürftigkeit unterscheidet sie leicht voneinander. Viele unserer geistigbehinderten Werkstättler haben durch jahrelanges, intensives Training gelernt, z. B. in kleinen Mengen - bis ca. 10- zu zählen. Selbstständig Schreiben jedoch ist den meisten der Werkstättler nicht möglich. Auch im lebenspraktischen Bereich hat ein Großteil unserer Werkstättler durch jahrelanges üben beispielsweise gelernt, sich allein an- bzw. auszuziehen. Bei geistigbehinderten Menschen müssen diese Tätigkeiten aber nicht nur einmal gelernt, sondern das gesamte Leben über weiter trainiert werden, da sie ansonsten wieder verlernt werden. Es ist nicht nötig, z. B., bei Zähl- und oder Packarbeiten, akkurat zählen zu können. Wir verfügen über Hilfsmittel aller Arten, von einfachen Montagehilfen bis hin zu elektronischen Zählwaagen, die es den behinderten Menschen ermöglichen, die ihnen übertragenen Tätigkeiten, die darüber hinaus selbstverständlich ständig von den Gruppenleitern überwacht und kontrolliert werden, zur Zufriedenheit der Kunden auszuführen.

Bei der Handarbeit

Alle unsere Mitarbeiter wollen den ihnen anvertrauten behinderten Menschen, in teilweise unendlicher - liebevoller Kleinarbeit helfen, zu lernen, sich Selbst zu helfen.
Unter diesen vorgenannten Aspekten ist zu verstehen, dass eine von einem geistigbehinderten Menschen geleistete Arbeit daher nicht nur die Fertigung eines Produktes ist. Es ist vielmehr auch eine Anerkennung seiner Leistungsfähigkeit und seines persönlichen Einsatzes.

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